Schulfach Humanistische Lebenskunde

Willkommen auf der Homepage von Lebenskunde

Lebenskunde ist ein freiwilliges Unterrichtsfach ohne Zensuren. Es wird an Berliner Schulen und seit dem Schuljahr 2007/08 ebenfalls an Brandenburger Schulen gleichberechtigt neben dem Religionsunterricht angeboten. Von weiteren Humanistischen Landesverbänden ist die Einführung von Lebenskunde geplant.


Grundlagen des Lebenskundeunterrichts sind Erkenntnisse über die Natur und die Gesellschaft sowie Lebensregeln, die auf weltlich-humanistischen Traditionen beruhen. Im Mittelpunkt stehen Verantwortung, Selbstbestimmung und Toleranz.

 

Was passiert im Unterricht?

Lebenskunde orientiert sich an den Erfahrungen, Gefühlen und der Gedankenwelt der Schülerinnen und Schüler. Ihre Lust, die Umwelt und sich selbst zu erleben, sowie ihre Fragen nach dem Sinn des Lebens prägen den Unterricht. Lebenskunde knüpft an das in anderen Fächern erworbene Wissen an. Die Schülerinnen und Schüler werden ermuntert, über sich selbst und die Welt nachzudenken und Standpunkte aus nicht-religiöser, humanistischer Sicht zu entwickeln. Dabei lernen sie auch Gedanken anderer Religionen und Weltanschauungen kennen, denen sie im Alltag begegnen oder die weltweit bedeutsam sind.

Wer kann teilnehmen?

Der Lebenskundeunterricht ist für alle Schülerinnen und Schüler offen. Voraussetzung ist eine schriftliche Anmeldung. In der Regel wird Lebenskunde in allen Schuljahren mit zwei Wochenstunden erteilt. Gegenwärtig kann dieses Fach noch nicht an allen Schulen angeboten werden. Der Humanistische Verband setzt sich deshalb gemeinsam mit Eltern für die Finanzierung weiterer Lehrkräfte ein.

Wer ist für den Lebenskundeunterricht verantwortlich?

Für die Durchführung und Gestaltung des Weltanschauungsunterrichts Lebenskunde sind der Humanistische Verband Deutschlands, Landesverband Berlin e.V. und der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg (HVBB) verantwortlich. Sie qualifizieren die Lehrkräfte, erteilen den Lehrauftrag und üben die Fach- und Dienstaufsicht aus.

Das Potenzial des HVD?

Die nichtreligiöse Weltanschauungsgemeinschaft HVD hat im Herbst 2004 beim Institut für Demoskopie Allensbach eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben. In drei Komplexen der Befragung ging es um:

  • den Grad der Neigungen zur humanistischen Lebensauffassung des HVD
  • das Interesse an Angeboten des HVD
  • die Bereitschaft und die gewünschten Felder, den HVD zu unterstützen.

 

"Werte erfahren – Leben gestalten"
Humanistische Lebenskunde

Bereich Lebenskunde

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10179 Berlin


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Tel. 030-613 904 60
Fax 030-613 904 52

Kontonummer:
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Konto Nr. 3 136 400

 


Nachruf

Gerd Eggers - Ein leise lächelnder Humanist

Unser Freund und Kollege Gerd Eggers ist am 12. März 2011 im Alter von 62 Jahren gestorben.
Er war schon lange an einer seltenen Krebsart erkrankt und musste mit der Aussicht auf ein baldiges Ende leben. Als er die deprimierende Diagnose erhielt, erwarteten die Ärzte für ihn nur noch wenige Monate Lebenszeit. Aber Gerd hatte Glück im Unglück. Die medizinische Forschung entwickelte mehrere Medikamente, die seine Krankheit in Schach halten konnten. So hat er noch über fünf Jahre leben können.
Gerd hat sich entschieden wie er die ihm verbleibende Zeit nutzen wollte. Er verstärkte sogar sein Engagement für einen verbindlichen Ethikunterricht in Berlin und für das Angebot des "Humanistischen Lebenskundeunterrichts" in den Bundesländern.
Gerd hatte Erfolg. In Brandenburg, wo er als Koordinator für den Landesvorstand arbeitete, gelang es, den Lebenskundeunterricht vor Gericht zu erstreiten. Gerd hatte in den Jahren bis zu diesem positiven Urteil intensiv die Öffentlichkeitsarbeit betrieben, mit Politikern Kontakte hergestellt und die Beratungen mit den Rechtsanwälten begleitet. Wir können sagen, dass es zu einem großen Teil Gerds Arbeit war, die es heute bereits über 1.000 Schülerinnen und Schülern in Brandenburg ermöglicht am Humanistischen Unterricht teilzunehmen.
Nach diesem Erfolg widmete er sich als Bundesbeauftragter des Humanistischen Verbandes der Einführung des Lebenskundeunterrichts in anderen Bundesländern. Er half die Klagen dazu auf den Weg zu bringen, hat aber leider nicht mehr die gerichtlichen Entscheidungen erleben können. Oft haben wir aus Länderverbänden gehört "Wie hätten wird das alles ohne Gerd hinbekommen?".
Er war trotz allem sehr bescheiden, sah sich immer als Teil eines Teams, obwohl er oft eine hervorgehobene Rolle spielte.
Gerds Engagement galt der Sache und nicht seiner eigenen Anerkennung. Wir haben ihn als grundehrlichen und vertrauenswürdigen Freund erlebt, bei dem man immer wusste, was er dachte. Mit ihm konnten wir lange diskutieren, denn Gerd war ein Optimist des vernünftigen Arguments. Seine Lebenseinstellung drückte sich darin aus, solange über ein Problem gemeinsam nachdenken zu wollen, bis ein Konsens gefunden wurde. Er ist mit dieser Haltung auch angeeckt und passte manchmal nicht in jede bürokratische Struktur. So wurde er in den 1970er Jahren von der Humboldt Universität verwiesen, in der er als FDJ-Sekretär in Widerspruch zur SED geraten war.
Wir jedenfalls konnten im Nachhinein immer sagen: "Gut, dass wir Gerds Argumente kennengelernt haben, uns an ihnen abgearbeitet haben, oder wie meistens, uns von ihnen überzeugen ließen."
Sein - wohl auch subjektiv empfundener - größter Erfolg war die Auseinandersetzung rund um den Volksentscheid zum Ethikunterricht in Berlin. Gerd schrieb den ersten Entschlussentwurf für eine SPD-Abteilung. Dieser Text wurde zur Grundlage aller weiteren politischen Entscheidungen.
Natürlich war das Bündnis für den Ethikunterricht eine große Gemeinschaft von Organisationen und Personen, aber ich glaube sagen zu können, dass alle Beteiligten den Satz zustimmen würden. "Gerd war die zentrale Person". Er hat zwar eher in der zweiten Reihe agiert, aber von ihm stammten die Grundsatzpapiere und die Kampagnenpläne. Er hat wie immer im Team gearbeitet und soviel Menschen wie möglich daran beteiligt - das war auch eine Grundhaltung seines demokratischen Selbstverständnisses. Seine Ruhe und seine selbstsichere Gelassenheit haben die Sitzungen geprägt. Gerd war sehr froh, dass auch religiöse Gruppen sich im Bündnis für den Ethikunterricht engagierten. Die große Gemeinschaft über alle weltanschaulichen und religiösen Grenzen hinweg war sein Ziel und er hat dies in seinem politischen Leben praktiziert.
Als wir dann alle vor dem Fernseher am Abend des Volksentscheides standen und die Nachricht vom Erfolg gesendet wurde, brachen alle in Jubel und laute Freude aus. Ich stand neben Gerd. Er lächelte nur leise. Dann kamen die Glückwünsche. Irgendwie wollte sie jeder Gerd mitteilen - und wieder war da diese stille, bescheidene Freude bei Gerd, der schon wieder dabei war, die nächste Pressekonferenz zu planen.
Für ihn war der Ethikunterricht ein Modell des großen Bündnisses in der Gesellschaft, in dem gemeinsam gelernt wird sich mit Fragen nach dem Sinn des Lebens zu beschäftigen, die Bedeutung der Menschenrechte für jeden Menschen kennenzulernen oder über Religionen und Weltanschauungen nachzudenken. Dieses Gemeinsame war seine Utopie, die ihn trug und mit der er den Menschen um ihn herum begegnete.
Die Schulpolitik in Berlin, die säkularen Verbände und die Unterstützer/-innen des Ethikunterrichts haben einen Freund verloren, dessen Engagement wohl nicht ersetzt werden kann.
Wir können Gerd Eggers, wie er ruhig lächelt, in Erinnerung behalten.
Werner Schultz


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30. Dezember 2011

Lebenskundeprojekt gewinnt Hauptpreis im Wettbewerb "Schulen - Gemeinsam für Afrika"

Berlin /1.11.2011 - Schüler und Schülerinnen der Homer-Grundschule Berlin haben den Hauptpreis beim Aktionswettbewerb "Schulen - Gemeinsam für Afrika" gewonnen und konnten sich mit dem Zauberkünstler Christian Fontagnier auf eine magische Reise nach Afrika begeben. mehr...

7. November 2011

SPD bewahrt gemeinsamen Ethikunterricht

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SPD bewahrt gemeinsamen Ethikunterricht

(5.11.2011) Der Humanistische Verband Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. begrüßt die Einigung von SPD und CDU in den gestrigen Koa-litionsverhandlungen, den gemeinsamen Ethikunterricht in Berlin zu erhalten. Der gemeinsame, nicht ideologisch gefärbte Ethikunterricht bildet die Grundlage ei-nes friedlichen und toleranten Miteinanders im kulturell und weltanschaulich plu-ralistischen Berlin. Von den Berliner Schülerinnen und Schülern haben mehr als zwei Fünftel einen Migrationshintergrund, ihre Werte und Normen haben neben den deutschen auch noch andere gesellschaftlich-kulturelle Wurzeln. mehr...

1. November 2011

An der Berliner Bevölkerung vorbeiregieren – so geht’s

Bildungsfragen stehen heute auf der Tagesordnung der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU in Berlin. Dabei sollte es auch um Bildung gehen und nicht um die Durchsetzung kirchlicher Interessen, fordert der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg. Grundlage dafür müssen die gesellschaftlichen Realitäten und Bedürfnisse sein.

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Ethikunterricht weiter gemeinsam statt getrennt in Berlin

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In den gegenwärtigen Verhandlungen zur großen Koalition zwischen SPD und CDU in Berlin hat die CDU die Einführung eines Wahlpflichtbereichs zwischen verschiedenen Religionen und Weltanschauungen und dem Fach Ethik verlangt.
Zu dieser neuerlichen Forderung, nachdem zwei Klagen gegen den gemeinsamen Ethikunterricht vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert sind und nach der Niederlage von Kirchen und CDU mit der gleichen Forderung 2009 im Volksentscheid, erklärt der Vorsitzende des Fachverbands Ethik e.V. Peter Kriesel:

24. Oktober 2010

MIRACLE – Ein EU Treffen der besonderen Art Ankommen in der Zukunft

Bildungsbeauftragte aus Ungarn, Österreich, Schweiz, Schottland, Zypern, Island,
Italien und Nordirland treffen sich in Berlin um sich interkulturelle Kompetenzen
anzueignen. mehr...